Arbeitskreis für Menschen mit und ohne Behinderung

Die Räume des AKBN sind in der

Egonstraße 54, 79106 Freiburg

Der AKBN e.V. wurde 50!
Das haben wir am 11. Oktober 2025 im Glashaus Rieselfeld gefeiert.
Zum Fest erschien der nachfolgende Artikel in der Badischen Zeitung:

Der AKBN in Freiburg schenkt Menschen mit Behinderung seit 50 Jahren ein selbstbestimmtes Leben

Anja Bochtler
Fr, 10. Okt 2025, 17:12 Uhr
Freiburg

Weg vom Fürsorgedenken, stattdessen Augenhöhe und Teilhabe: Das sind seit 50 Jahren die Ziele vom "Arbeitskreis für Menschen mit und ohne Behinderung" (AKBN). Jetzt feiert er Jubiläum. 

An der Wand in den Räumen des Arbeitskreises für Menschen mit und ohne Behinderung (AKBN) an der Egonstraße 54 hängen Fotos von Menschen, die inzwischen tot sind. Zum Beispiel von einem Mann, dem die gemeinnützige Assistenzdienst-GmbH des AKBN seinen Alltag zu Hause sichern konnte. Das bewahrte ihn vor einem Leben im Heim, vor dem er Panik gehabt habe, erzählt Uta Pfefferle (84). "Es ist ein Geschenk, alle diese liebenswerten Menschen kennengelernt zu haben." Für sie, die selbst ohne Behinderungen lebt, ist der AKBN seit Jahrzehnten "ein Stück Heimat", ein "Wohlfühlort".
Günter Feirer (71) sagt: "Ich kann mich hier verwirklichen." Wegen einer Hirnblutung mit 22 Jahren lebt er seitdem mit Behinderungen, beim AKBN bringt er seine Fähigkeiten ein. 1979, wenige Jahre, nachdem sich eine feste Gruppe aus einer Initiative von Studierenden der Katholischen Hochschulgemeinde entwickelt hatte, stieß er zum ersten Mal dazu. Ab 1981 baute er alles mit auf, teils unbezahlt, teils angestellt. Zurzeit ist er neben seinem Engagement im offenen "Donnerstagstreff" des Vereins auch noch mit einem Minijob in der Verwaltung der Assistenzdienst-GmbH beschäftigt, die der Verein nach und nach aufgebaut hat. Die Ursprünge lagen in zunächst ehrenamtlichen Hilfsdiensten, die anfangs nur an Wochenenden angeboten und dann ab den 1990ern immer mehr ausgeweitet wurden.

Ein unabhängiges Leben – mit passender Unterstützung 

Das Ziel: Menschen mit Behinderung sollen ihr Leben mit der jeweils individuell passenden Unterstützung so unabhängig wie möglich führen können. Derzeit sind sieben Mitarbeitende in Vollzeit, 89 in Teilzeit und 81 in geringfügigen Jobs für 50 Kundinnen und Kunden bei der Assistenzdienst-GmbH im Einsatz. Sie kümmern sich um alles, was nötig ist, von Haushaltstätigkeiten und Unterstützung beim Duschen bis zur Begleitung beim Einkaufen. Alle Mitarbeitenden werden geschult, für Fachpflege sind Sozialstationen zuständig. Da die Personallage immer knapp ist, springt Geschäftsführerin Beate Freudenberger (59) manchmal auch selbst ein.
Die Finanzierung läuft größtenteils über Pflegekassen und Sozialämter. Als die Bezahlung vor rund fünf Jahren auf Tarif umgestellt wurde, stand die Assistenzdienst-GmbH knapp vor der Insolvenz. Durch politische Verbesserungen der finanziellen Rahmenbedingungen wurde die Krise gemeistert, erzählt Ute Pfefferle.


Arbeitskreis hofft auf neue Engagierte

Derzeit gilt es eine andere Krise zu meistern: Der "Donnerstagstreff", wo sich die AKBN-Engagierten treffen – und wo auch alle anderen mit und ohne Behinderung jederzeit willkommen sind – ist in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. Derzeit sind sie meist nur zu siebt oder acht, alle über 50 Jahre alt. Dadurch muss vieles wegfallen, was vor allem in den Anfangszeiten selbstverständlich war – ganz besonders die Reisen. Bis 1998 gab es AKBN-Reisen in mehrere Freiburger Partnerstädte.
Ute Pfefferle hofft, dass es gelingt, wieder mehr Jüngere zu gewinnen, zum Beispiel Studierende. Sie selbst ist seit 1979 dabei. Davor war sie beim Ring der Körperbehinderten aktiv gewesen, nachdem ihr Vater durch einen schweren Unfall querschnittsgelähmt geworden war. Beim AKBN passte alles sofort perfekt zu ihr: die Offenheit, Spontanität und Kreativität – und natürlich der Anspruch, dass Teilhabe nicht davon abhängen darf, ob jemand mit oder ohne Behinderung lebt. Mit diesem Ziel, das inzwischen unter das Schlagwort "Inklusion" fällt, war der AKBN seiner Zeit weit voraus. Sein Name von damals hat sich aber längst überholt: Aus dem "Arbeitskreis Behinderte/Nichtbehinderte" wurde deshalb der "Arbeitskreis für Menschen mit und ohne Behinderung".
 

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